Aus der Geschichte der Michael Bauer Schule |

1968 | Die Anmeldezahlen der Stuttgarter Waldorfschulen steigen, es besteht keine Hoffnung die Wartelisten abzubauen, die Forderung nach einer dritten Waldorfschule wird immer lauter. Gleichzeitig zeigt sich, daß in den ersten Klassen immer mehr Schüler aus unterschiedlichsten Gründen mit gravierenden Lernschwierigkeiten zu kämpfen haben.
1969 | Der Plan einer Förderschule nimmt Gestalt an.
1970 | Auf dem Gelände der Waldorfschule Uhlandshöhe werden in zwei Förderklassen die ersten Kinder unterrichtet.
1972 | Zusammenschluß mit der Initiative einer dritten Waldorfschule. Aufnahme der ersten „Normalklasse“ und Umzug nach Stuttgart-Vaihingen in zwei Holzhäuser auf dem Österfeld. Die Schule hat nun 90 Schüler. Fortan heißen die Förderklassen „a-“, die „Normalklassen“ „b-Klassen“. Damit ist ein neues Schulmodell mit integrativem Charakter geschaffen: ein einheitlicher Schulorganismus verbindet „Sonder-“ und „Normal“-Schüler, ein einheitliches Kollegium unterrichtet sie; die Sonderschüler werden in Kleinklassen gefördert. Auch sie lernen von der ersten Klasse an eine Fremdsprache. Übergangsmöglichkeiten zwischen a-und b-Klassenbereich vergrößern ihre Chancen erheblich.
1973 | Mit einer kleinen Bauerweiterung können zwei weitere b-Klassen eröffnet werden Ein Schülervater impulsiert die Neubaufinanzierung durch ein Galakonzert im Beethovensaal der Liederhalle mit Sängern und dem Orchester der Staatsoper.
1974 | Ein endgültiges Schulgebäude samt Mehrzweckhalle wird in Angriff genommen und im folgenden Jahr bezogen. Das zweite Stockwerk wird noch nicht benötigt und zu-nächst der Fachschule für Sozialpädagogik zur Verfügung gestellt.
1975 | Erstmals Verkauf von Elternarbeiten im vorweihnachtlichen Bazar und Aufführung der Oberuferer Weihnachtsspiele im eigenen Saal.
1978 | Erstes Landwirtschaftspraktikum: Klasse 10a im Chiemgau.
1979 | Die erste Förderklasse verläßt nach Abschluß der 12. Klasse die Schule. Innerhalb des Kollegiums und mit dem Kultusministerium intensive Überlegungen im Hinblick auf die zukünftige Gestaltung der Förderklassen-Oberstufe . Das Konzept des Werkhofs beginnt Gestalt anzunehmen.
1981 | Auch der Normalklassenzug ist mit Erreichen der 12. Klasse vollständig, die Schule hat mit 680 Schülern ihre höchste Schülerzahl erreicht.
1984 | Erste Abiturprüfung im eigenen Haus.
1985f | Der Michael Bauer Werkhof nimmt als eigener Organismus die Klassen 11a und 12a auf und bezieht eigene Räume. Eine Partnerschaft mit der Mathias Grünewald Schule in Colmar wird begründet. Eine zweite Partnerschaft entsteht mit der Waldorfschule in Samara an der Wolga. Der Schülerzirkus „Calibastra“ der Michael Bauer Schule gewinnt einen weit über die Schulgemeinschaft hinausreichenden Ruf.
1990f | In der Selbstverwaltungsstruktur der Schule werden neue Formen entwickelt: Das Schulforum entsteht als gemeinschaftliches Gestaltungsorgan, durch das Eltern und volljährige Schüler sich einbringen können; im Personalbeirat nehmen Elternvertreter an Personalentscheidungen teil. Der Michael Bauer Therapiefonds wird von Eltern gegründet; er sammelt Spenden für notwendige Einzelmaßnahmen. Es wird ein Neubau unumgänglich, da die Holzpfahlgründung der alten Holzhäuser baufällig ist. Die Holzhäuser werden im Sommer 1994 mit Eltern abgebaut und nach Rumänien transportiert, wo sie für eine heipädagogische Initiative wieder aufgebaut werden. Es beginnt die Errichtung des Neubaues, der 1997 eingeweiht wird. Die Schulküche wird von Eltern übernommen, die nach einem “Großküchen-Schnellkurs” umschichtig Kochdienste übernehmen. Als Elternantwort auf veränderte gesellschaftliche Verhältnisse entsteht 1998 der Wartehort “Michel”. Seit 1994 findet für die Schüler der 11. Klasse das ganze Schuljahr über Einzelgesangsunterricht statt.
2004f | Nach einem intensiven Beratungs- und Entscheidungsprozess der ganzen Schulgemeinschaft wird der Schulbetrieb nach den Sommerferien auf die 5-Tage-Woche umgestellt, zuerst für ein Jahr auf Probe, dann als ständige Einrichtung. Es wird ein eingruppiger Schülerhort eröffnet und eine Cafeteria zur Erweiterung des Speisenangebotes eröffnet. Die Schule wird mit dem Schuljahr 2004/2005 zur Ganztagesschule in der teilgebundenen Form in einzelnen Klassen und in der freien Form mit verschiedenen Kooperationspartnern (Circus Calibastra, Jugendfarm Elsental, Instrumentallehrer).
2009 | Feier des 40jährigen Jubiläums der Michael Bauer Schule am 9. und 10. Oktober 2009
2012 | Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 28.11. wird der Bau einer "Einfachturnhalle mit Hortbereich, Lehrküche und Oberstufenräumen" beschlossen.
2015 | Am 10. Oktober 2015 wird der Neubau des Michael Bauer Schulcampus feierlich eingeweiht. Frau Landtagsvizepräsidentin Brigitte Lösch und Oberbürgermeister Fritz Kuhn sprechen freundliche Grußworte und wünschen der Michael Bauer Schule das Beste. Die Schule erweitert sich um rund 1.700 qm. Es entstehen neue Räume für Sport, Kunstunterricht, Kochen und den Hortbereich. Inzwischen wurde der Hortbereich auf drei Gruppen erweitert. Insgesamt werden am Nachmittag täglich bis zu 180 Schülerinnen und Schüler betreut. Dies erforderte den personellen Ausbau der Schulküche. Die Schule legt hohen Wert auf eine gute Verpflegung.