Die Michael Bauer Schule |

Ein soziales Anliegen gab 1919 den Anstoß zur Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart:
sie sollte eine "einheitliche Volks- und Höhere Schule" für Kinder der Arbeiter und Angestellten der Waldorf-Astoria-Cigarettenfabrik sein. So war es von Anfang an keine Frage, daß hier Kinder unterschiedlicher Begabung gemeinsam unterrichtet werden sollten.

Zunächst wurde auch versucht, Schüler mit besonderen Schwächen in die Klassen zu integrieren. Zeigten sich in bestimmten Fächern zunehmende Schwierigkeiten, so wurde ein Förderunterricht in Kleinstgruppen eingerichtet.

Als sich immer mehr auch Eltern für die Waldorfpädagogik interessierten, deren Kinder wegen der Schwere ihrer Beeinträchtigung einem normalen Unterricht nicht folgen konnten, entwickelte sich eine besondere Schulform für "seelenpflegehedürftige Kinder" - diese im "Dritten Reich" zeitweilig unterbrochene Entwicklung setzte sich nach 1945 fort und führte zu zahlreichen Förderschulgründungen, z.T. in Verbindung mit Heimen, und zu der eigenständigen Camphill-Bewegung, die heute weltweit tätig ist.

In dieser Entwicklung steht auch unsere Schule.




Heute ist die Michael Bauer Schule eine zweizügige Schule und umfaßt:
die Förderklassen 1-10 ("Kleinklassen" mit etwa 10-18 Schülern) mit Englisch als Fremdsprache von der ersten Klasse an, die Normalklassen 1-13 mit den Fremdsprachen Englisch und Französisch und mit den einschlägigen Abschlüssen bis zum Abitur. Kunst- und sprachtherapeutische Fachbetreuung. Es besuchen zur Zeit rund 640 Schüler die Schule.

Aus dem Förderklassenbereich ist der Übergang in den "Michael Bauer Werkhof möglich, wo neben einem weiterführenden allgemeinbildenden Unterricht dreijährige berufliche Ausbildungsgänge in den Bereichen Holz, Metall und Hauswirtschaft zur Fachwerkerqualifikation führen. Zur Zeit besuchen 52 Auszubildende diese Lehrgänge.

Der Normalzug entspricht mit unerheblichen Abweichungen dem Angebot der anderen Stuttgarter Waldorfschulen.